Nach World-Cup-Finale heißt es nun Skifrühling in den französischen Alpen genießen

Powder, Pisten und Kulinarisches – Die größte Skischaukel der Welt bietet 180 Skilifte, 600 Kilometer Piste und jede Menge Freeridespaß. Das Besondere: Statt lästiger Busverbindungen nach Off-piste-Fahrten sind im Trois Vallées die acht Skigebiete Courchevel, La Tania, Méribel, Brides Les Bains, Val Thorens, Orelle, Les Menuires und Saint Martin lückenlos per Lift miteinander verbunden. Doch wer sich abseits der Pisten bewegt, sollte unbedingt einen Guide mitnehmen, denn ortsunkundige Touristen, könnten leicht eine ungeeignete Abfahrt wählen.

Powdern in Les Menuires Foto: P.Lebeau
Powdern in Les Menuires Foto: P.Lebeau

Text: Almut Otto, Fotos: divers 

„Was, mit elf Leuten – davon vier Kinder und einem Snowboarder abseits – fahren?“ unser Guide schaut fassungslos. Doch wir überreden ihn zu einem kleinen, harmlosen Powderrun. Sollte er mit unseren Leistungen nicht zufrieden sein, wird die Gruppe geteilt. Wissend, dass das Niveau besser ist, als der Guide erwartet, lassen wir uns auf den Deal ein. Ob Cime Caron (3.260 m), Pointe de la Masse (2804 m), Saulire (2.700 m) oder Mont du Vallon (2.952 m) – fast eine Woche lang erleben wir atemberaubende Powderruns. Während wir tagsüber auf einer der über 50 Hütten einkehren gibt es abends für die Erwachsenen einen vom Guide selbstgebrannten Génépi und für die ganze Truppe traditionelle savoyische Küche wie zum Beispiel Raclette, Fondue oder Spezialitäten vom Steingrill. Kosten für einen Privatguide: ca. 430 € bei 1-4 Personen und Tag. Heliskiing 470 € pro Person. Ohne Guide empfiehlt sich das Nutzen der „Liberty Ride Pisten“ des Trois Vallées. Nähere Informationen gibt es per Mail entweder an das Bureau des Guides de Méribel, bdgmeribel@yahoo.fr, Bureau des Guides de Courchevel guides.courchevel@wanadoo.fr oder beim Office de la Montagne in Val Thorens. In Val Thorens gibt es übrigens auch einen DVA-Park.

Eingespieltes Offpiste-Team Foto: Franz Osterhammer
Eingespieltes Off-piste-Team Foto: Franz Osterhammer

Für Kurzentschlossene zum Freeriden nach Les Menuires

Derzeit läuft in Les Menuires die Freeeridewoche (21.-28. März). Hier steht nicht nur jede Menge Testmaterial zur Verfügung, sondern es gibt auch Workshops zum Thema „Sicherheit beim Fahren abseits der Piste“. Auch das Rahmenprogramm kann sich sehen lassen: Es finden Filmvorführungen, Konzerte und Freeride-Contests statt. Den Abschluss bildet das Derby „Bon Appétit“ am 28. März 2015.

Auch Tourengeher kommen auf ihre Kosten

Unter dem Motto „Fitness rando“ bietet das Bergführerteam ((Link: www.office-montagne.com)) aus Val Thorens Wanderungen mit Skiern an. Sie richten sich an ungeübte Tourengeher: Denn hinunter geht´s über präparierte Pisten. Während der französischen Ferien finden jeden Donnerstagabend in Méribel geführte Skitouren statt. Anmeldung unter associationduhameau@gmail.com. Fern von Liftanlagen bietet ein 20-minütiger Aufstieg zur Pointe de la Masse bei Les Menuires eine zweistündige Abfahrt im freien Gelände.

Hintergrund

Das Skigebiet Trois Vallées erstreckt sich über die drei Täler Vallée des Belleville, Vallée de Méribel und Vallée de Courchevel. Dank der Skischaukel mit sage und schreibe 180 Skiliften sind alle drei Täler und die insgesamt acht Skigebiete per Lift miteinander verbunden. Lästiges Busfahren fällt weg. Fast 85 Prozent der Abfahrten liegen über 1.800 Meter, somit ist Schnee bis zum Frühjahr fast garantiert. Insgesamt befinden sich 25 Gipfel und vier Gletscher in dem Gebiet. Die Skilifte sind dieses Jahr bis zum 26. April geöffnet.

Neben Skifahren locken Aktivitäten wie Eisklettern, Eistauchen, Snowmobile, Pferde- oder Hundeschlitten fahren, Winterbiken, Eislaufen, Schneeschuhwandern, Rodeln, Schwimmen u.v.m.

Anreise mit dem Auto, der Bahn bis Albertville bzw. Moutiers und auch per Flieger nach Chambéry, Lyon, Genf oder Grenoble möglich.

Die Ski Alpin World Cup Ergebnisse 2014/2015

Overall Herren

  1. Marcel HIRSCHER (AUT) 1448 Punkte
  2. Kjetil JANSRUD Kjetil (NOR) 1288 Punkte
  3. Alexis PINTURAULT (FRA) Gesamt 1006 Punkte
  4. Felix NEUREUTHER (GER) Gesamt 838 Punkte
  5. Fritz DOPFER (GER) Gesamt 797 Punkte

Overall Damen

  1. Anna FENNINGER (AUT) Gesamt 1553 Punkte
  2. Tina Maze (SLO) Gesamt 1531 Punkte
  3. Lindsey VONN (USA) Gesamt 1087 Punkte

11. Viktoria REBENSBURG (GER) Gesamt 573 Punkte

Defi inside

Man sieht es immer häufiger – auch auf unseren Berghütten – das grüne Schild mit einem Herz und Blitzsymbol, manchmal steht auch AED dabei. Was verbirgt sich nun aber hinter diesem Kürzel? Eine lebenswichtige Einrichtung, der sogenannte „Automated External Defibrillator” oder eben ein Defi.

Text: Paul Mair/Almut Otto; Fotos: Almut Otto (mit freundlicher Unterstützung der Bergwacht Bayern)

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Bedenkt man, dass die Herz-Kreislauf-Vorkommnisse einen Gutteil der alpinen Unfallstatistiken belegen, dann kann man sicher nicht von übertriebenen Maßnahmen sprechen, wenn man auf einer Hütte einen Defi installiert.

Markus S.*, ein Gast am Solsteinhaus im Karwendel verdankt diesem technischen Instrument, dem Engagement anwesender Gäste sowie dem Hüttenwirt Robert Fankhauser jedenfalls sein Leben. Im Alter von 46 Jahren brach er mit Herzbeschwerden auf der Terrasse zusammen. Eine zufällig anwesender Sanitäter hatte den Ernst der Lage sofort erkannt und mit den lebensrettenden Sofortmaßnahmen begonnen.

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Der erste Schritt, die Lage zu erkennnen ist, den Schmerzreiz, die Reaktion….
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…und die Atmung des Patienten zu prüfen.
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Reagiert der Patient nicht adäquat, sofort Notruf veranlassen!
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Zeitgleich wird mit der Herzdruckmassage…
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… und Beatmung begonnen.

Robert konnte währenddessen den AED holen und führte unter Anleitung der akustischen Stimme des Geräts die einzelnen Schritte durch.

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Keine Angst: Jeder kann unter Anleitung des AED die Elektroden anlegen und das Gerät ordnungsgemäß bedienen.

Nach der Schockauslösung begann das Herz des Opfers wieder zu schlagen, der ebenfalls auf der Hütte vorhandene Sauerstoff erleichterte dem Patienten die Atmung. Bis zum Eintreffen des Notarzthubschraubers Christophorus 1 wurde die Person in stabiler Seitenlage betreut.

Doch wie funktioniert denn nun eigentlich die sogenannte Frühdefibrillation? Hat man in einer unklaren Situation die Chance, einen AED einzusetzen, so sollte man dies so früh wie möglich tun. Die ersten Schritte zur Beurteilung sind ansprechen, Schmerzreiz setzen, Atmung überprüfen. Stellen wir fest, dass der Patient nicht adäquat reagiert, veranlassen wir sofort den Notruf und lassen den AED zum Patienten bringen. Zeitgleich wird mit der Herzdruckmassage und Beatmung begonnen.

Der Defi wird eingeschaltet und von nun an werden die Angaben der elektronischen Stimme befolgt.

Zuerst legt man die Elektroden laut den Skizzen auf den Pads am Oberkörper an, nun erfolgt eine Analyse des Patienten durch das Gerät. Dabei unterbricht man die CPR und berührt oder bewegt den Patienten nicht. Je nach Zustand entscheidet das Gerät, ob ein Schock abgegeben werden soll oder nicht.

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Die Pads werden laut Anleitung angebracht.
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Nun folgt durch das Gerät die Analyse des Patienten.

Wird kein Schock empfohlen, bleiben die Elektroden am Körper und man führt weiterhin die CPR 30:2 (Massage:Beatmung) fort. Nach ungefähr zwei Minuten wird eine neuerliche Zustandsanalyse vom AED durchgeführt.

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Wird kein Schock empfohlen, die Herzdruckmassage…
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…sowie Mund-zu-Mund-Beatmung fortsetzen.

Wird ein Elektroschock empfohlen, achtet man darauf, dass der Patient von niemandem berührt und etwas Abstand eingehalten wird.

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Bei Schockabgabe darf der Patient nicht berührt werden!

Nach der Schockabgabe wird die Herzdruckmassage im Verhältnis 30:2 fortgesetzt. Das Gerät führt nun ebenso nach zwei Minuten eine Analyse durch und gibt weitere Anweisungen. Dies wird solange aufrechterhalten, bis der Notarzt beim Patienten eintrifft, sich der Patient bewegt, normal atmet oder Anzeichen des wiedererlangten Bewusstseins zeigt. Darüber hinaus bleibt der Reanimierte unter ständiger Beobachtung.

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Bis zum Eintreffen des Notarztes Patienten in stabile Seitenlage bringen.

Je früher ein Defibrillator verwendet wird, umso größer sind die Chancen für den Notfallpatienten. Einen AED kann man bei Verdacht auf Herz-Kreislauf-Probleme immer verwenden. Wenn die Analyse keine Schockabgabe empfiehlt, kann diese auch nicht durchgeführt werden.

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Es gibt unterschiedliche AED-Hersteller. Doch letztendlich funktionieren die Geräte alle gleich.

*Name von der Redaktion geändert

Höhenvorbereitung – Dünne Luft für Leistungspusch

Drei Fragen an den Experten:

Markus Göbel, Sportwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Höhenvorbereitung, Sporttherapeut und aktiver Berg- und Outdoorsportler

Interview: Almut Otto Fotos: Markus Göbel und Jan Gruber

Wer braucht Höhenvorbereitung?

Höhenvorbereitung ist schon seit Jahren fester Bestandteil des Trainingsplans von Leistungssportlern. Weiterhin können sich Bergsteiger, die hoch hinaus wollen, vorakklimatisieren, um die Gefahr, höhenkrank zu werden, zu minimieren bzw. zu vermeiden.
Das Einatmen von sauerstoffreduzierter Luft – in der Fachsprache heißt das Hypoxie – bringt einen zusätzlichen Leistungspusch. Deshalb wird die Höhenvorbereitung auch von Marathonläufern
oder Teilnehmern von Bike Challenges genutzt. Doch auch für Breitensportler gibt es viele Einsatzbereiche. Ich denke hier zum Beispiel an ambitionierte Trekker, die den Kilimandscharo besteigen oder Motorradfahrer, die die Anden durchqueren möchten. Im Gesundheitsbereich unterstützt der simulierte Höhenaufenthalt unter anderem die Regeneration nach Sportunfällen, das Abnehmen und die Belastungstoleranz bei Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen.

Welche Trainingssysteme gibt es?

Rein theoretisch gibt es natürlich die Möglichkeit, direkt am Berg zu trainieren. Doch meist ist dies in der Praxis schon aus Zeit- und Kostengründen nicht möglich. Deshalb haben verschiedene Hersteller praktische Trainingssysteme wie den mobilen Höhengenerator, das Höhenzelt, die Atemmaske sowie auch den Pulsoximeter zur Trainingskontrolle entwickelt. Somit kann jeder Sportler ganz unabhängig und individuell in den eigenen vier Wänden trainieren. Zunächst einmal empfehlen wir vor dem Höhentraining einen Gesundheitscheck. Danach erstellen wir einen – auf das jeweilige Ziel abgestimmten – Trainingsplan. Dieser kann von neun Tagen zur Kilimandscharo-Vorbereitung bis hin zu vier Wochen zur Marathon-Vorbereitung dauern. Der Plan enthält in der Regel jedes der folgenden Elemente: Training in simulierter Höhe, das sogenannte „live low – train high“, Übernachtung im Höhenzelt, also „sleep high – train low“ sowie die Kombination aus beidem namens „live high – train high“ und zu guter Letzt die intervallförmige Einatmung von sauerstoffreduzierter Luft im Wechsel mit normaler Umgebungsluft, das „intermittierende
Höhentraining“.

Was passiert dabei im Körper?

Das „sleep high – train low“-Training provoziert die Steigerung des Sauerstofftransports und damit die aerobe Leistungsfähigkeit. Während die „live low– train high“-Methode muskuläre Adaptationen erzielt, die bereits bei geringer Belastung einen hohen
Trainingsreiz setzen. „Live high“ in Kombination mit „train high“ nutzen wir als zusätzlichen Stimulus. Hier werden die Vorteile des passiven Höhenaufenthalts mit denen des Trainings in der Höhe verbunden. Das „intermittierende Höhentraining“ unterstützt das Immunsystem, optimiert die Sauerstoffausnutzung und führt zur Steigerung der Belastungstoleranz sowie der sportlichen Leistungsfähigkeit. Da der Körper als natürliche Reaktion auf die Hypoxie viel Wasser verliert, heißt es: Trinken, trinken, trinken! Und: Auf eisenhaltige Ernährung achten! Wer eine Unverträglichkeit beim Training oder auch in der Praxis spürt, sollte übrigens die Höhe reduzieren oder einen Tag Pause einlegen. Denn letztendlich sind Gesundheit und Freude am Berg doch das allerhöchste Ziel.

  • Kosten für Material, deutschlandweiten Versand, Trainingsplan, telefonische Betreuung im Leihzeitraum: ab 299 EURO, eine gleichzeitige Nutzung von mehreren Personen ist möglich!
  • Link: Weitere Information zur Höhenvorbereitung unter
    www.hoehenvorbereitung.de
  • Buchtipp: Lämmle, Thomas; Höhe x Bergsteigen:
    Die taktischen Grundregeln des Höhenbergsteigens;
    DAV Summit Club, 2010
  • Statement: Michi Wohlleben, Extremkletterer „Dank der Höhenvorbereitung habe ich schon zwei Tage nach meiner Sehnen-OP wieder am 6.000er trainiert: Passiv und auf der Couch. Das hat mir meine Grundlagenausdauer erhalten. Sonst wäre ich drei Wochen außer Gefecht gewesen!“

Dieser Artikel erschien im AllMountain Magazin 3/2012.

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