Verpackung – Muss das sein?

Hand auf´s Herz: Wieviel Hangtags lesen Sie sich durch? Wieviel Augenmerk schenken Sie Schuhkartons und anderen Umverpackungen? Nichtsdestotrotz glauben Industrie und Handel ohne diese aufwendig gestalteten Umverpackungen nicht wettbewerbsfähig zu sein. Zum Glück gibt es ein paar Vorreiter, die entsprechend der EOG-Standards neue Maßstäbe setzen.

Text: Almut Otto, Fotos: divers

„Die Industrie legte sich zunächst einmal selbst Richtlinien in Bezug auf nachhaltige Verpackungen auf“, erklärt Matthias Basedow, Marketing und Kommunikations Manager bei der European Outdoor Group (EOG) die Entstehung der EOG-Standards in Bezug auf Umverpackungen. Immerhin erkannte das Nachhaltigkeitskommittee des Verbands die zuvor zusammen mit den Fachleuten aus der Industrie erstellten Leitlinien zum Thema Verpackungen im Jahre 2010 an. „Manch einer hätte sich noch konkretere Vorgaben gewünscht, wenn man aber die großen Unterschiede bedenkt, die von Produkt- und Unternehmensseite , sowie ortsbezogenen Vorschriften geprägt sind, sind wir davon überzeugt, eine gute Basis geschaffen zu haben. Ein guter Anfangspunkt um das Thema anzugreifen.“

Doch was macht eine nachhaltige Verpackung aus? Am besten wäre natürlich, wenn sie gar nicht erst existiert. Ganz ohne Verpackung ist aber kaum ein Produkt im Transport, bei der Lagerung und im Verkauf denkbar. Darum heißt es zunächst: Verpackungsmaterialien und -größen minimieren. Außerdem sollte das Material wiederverwertbar oder zumindest recyclebar sein. Dementsprechend gilt es, giftige Substanzen wie Klebstoffe etc. zu vermeiden und nur nachhaltige Materialien zu verwenden. Sofern Papier oder Pappe die Umverpackung ausmachen, sollten diese sinnvollerweise aus recyceltem Material bestehen oder zumindest von zertifizierten Betrieben (FSC, ota oder die ISO Norm 14021) stammen. Und beim leidigen Thema Plastik ist auf PVC sowie Materialkombinationen zu verzichten. Zwar sind sich die großen Spieler des Marktes der Bedeutung von umweltfreundlichen Verpackungen bewusst, doch hat eine Umsetzung bis dato nur bei wenigen begonnen.

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Der US Hersteller Keen ist Vorreiter in Bezug auf Verpackungsreduzierung. Foto: Keen

Vorreiter in der Minimierung von Verpackungsmüll ist das US-Unternehmen Keen, das aufgrund seiner Firmenphilosophie schon bei der Gründung 2003 auf Hangtags verzichtet hat. Relevante Informationen wie Modellbezeichnung, Größenangaben usw. wurden kurzerhand mit Soja basierter Farbe auf die – natürlich aus 100 Prozent recyceltem und biologisch abbaubaren Material bestehenden – Pappkartons gedruckt. Versteht sich von selbst, dass die Kartons durch Wasser basierte Klebstoffe zusammengehalten werden. Dank 25 Prozent Gewichtsreduzierung wird zudem ein effizienterer Versand erreicht.

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Beim französischen Hersteller Petzl protestierte der Handel, als Umweltverpackungen eingeführt wurden. Foto: Petzl

Beim französischen Outdoorausrüster Petzl hat die Umstellung auf nachhaltige Verpackungen circa ein Jahr gedauert. Dabei nahm sich das Unternehmen im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie selbst unter die Lupe. Ziel in Bezug auf Verpackungen lautete: Das Produkt schützen, es im Handel attraktiv präsentieren aber gleichzeitig die Umwelt schonen. Tatsächlich musste Petzl seine biologisch abbaubaren, nur aus Kartoffelstärke bestehenden Stirnlampenverpackungen nach kürzester Zeit wieder mit Pappe ummanteln und den Plastikanteil erhöhen. Der Handel hatte sich nämlich beschwert, dass diese zu empfindlich seien und beim mehrmaligen Öffnen zerbrechen würden. Immerhin wurde akzeptiert, dass Petzl die meiste Hartware wie z.B. Karabiner, Sicherungsgeräte, Eisschrauben und Eispickel unverpackt ausliefert. Und noch viel geschickter ist die Lösung, Steigeisen oder Klettergurte in kleinen Beuteln, die anschließend als Aufbewahrungs- bzw. Schutzbeutel dienen können, in den Handel zu liefern. Vielleicht der richtige Schritt in die Verpackungszukunft ? – Denn ob Sommer- oder Winterlagerung oder spätestens beim Umzug in ein neues Heim weiß jeder Verbraucher eine wiederverwertbare Schutzhülle sehr zu schätzen.

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Matthias Basedow, Marketing und Kommunikation der European Outdoor Group, zu dem Thema, worin die Schwierigkeiten liegen, auf nachhaltige Verpackung umzusteigen. Foto: EOG

„Es ist gut zu sehen, dass immer mehr Firmen das Thema angehen, da es momentan nicht eine Lösung für alle geben kann. Es gibt keine klare Abgrenzung, was richtig oder falsch ist. Mechanismen wie Gesetzgebung, Versand und Recycling sind auf der ganzen Welt unterschiedlich. Hinzu kommt, dass die Kontrolle von Firmen begrenzt ist. Um zwei einfache Beispiele zu nennen: Eine dünnere Verpackung mag im Geschäft vor Ort Sinn machen, wenn aber dann das Produkt durch den Versandhandel verschickt wird, ist eine zusätzliche Verpackung nötig. Auch ist die Art und Weise, wie Verpackungsmaterial getrennt und recycelt wird weltweit unterschiedlich. So kann die Verpackung in einem Land gewissenhaft getrennt und zu einem Wertstoffhof gebracht werden, in einem anderen Land wird sie einfach verbrannt.“

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Perry Laukens, Marketing Manager EMEA, Keen Europe Outdoor B.V zur nachhaltigen Unternehmensphilosophie von Keen. Foto: Keen

„Das KEEN-Mantra „HybridLife“ steht für das Engagement, immer wieder neue Lösungen für Herstellungs- und Geschäftsprozesse zu finden und für die Selbstverpflichtung, sowohl für die Mitmenschen als auch für die Umwelt Verantwortung zu übernehmen. Dass nachhaltige Verpackungen dabei ein wichtiges Element einer möglichst umweltschonenden Wertschöpfung sind, versteht sich von selbst. Unsere Kartonagen werden deshalb aus wiederaufbereiteten und zu 100% biologisch abbaubaren Materialien gefertigt.

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Nils Beste, Marketingkoordinator Deutschland bei Petzl, zum Thema Verpackungspolitik bei Petzl. Foto: Nils Beste

 

„Petzl setzt bewusst besonders umweltfreundliche Verpackungen für seine Produkte ein. Grundsätzlich reduzieren wir in einem ersten Schritt die Verpackung unserer Produkte auf das Nötigste. In einem zweiten Schritt versuchen wir für die absolut notwendige Verpackung zunächst so viele Elemente wie möglich aus wiederverwertbaren Materialien wie Papier, Pappe und vor allem kompostierbarer Kartoffelstärke herzustellen. Umweltfreundliche Verpackung bedeutet deswegen für Petzl, dass sie zunächst einmal minimal ausfällt und zudem aus wiederverwertbaren Materialien und möglichst wenig Plastik besteht. Zudem sollte aber auch ein etablierter Recyclingkreislauf existieren. Auch die umweltfreundlichste Verpackung macht keinen Sinn, wenn sie in der Müllverbennungsanlage landet.“ 

Aufmacher: Vaude-Hangtags liefern Informationen über ökologische Standards der Produkte. Foto: Vaude

 

Oh, wie schön ist Salome! Mein Besuch in Aschau

Gastbeitrag geschrieben für Xaver – dem gestrickten Bürohund, der gerne auf Reisen geht

Servus beinand!
Gerade noch mit Rosi und Christian in Garmisch-Partenkirchen in der Rheuma-Kinderklinik und nur wenig später bei der schwarzen Labradorschönheit Salome in Aschau. Ich gebe zu, ein bisserl hab ich mich schon in sie verliebt: ihre braunen Augen, das glänzende Fell und ihr hübscher, durchtrainierter Körper. Ja, das Leben auf dem Lande hält eben fit. Salome hat höchstens einen Makel: Sie frisst für ihr Leben gern. Aber welcher Hund tut das nicht? Deshalb haben wir es uns gestern erst mal zusammen mit ihrem Stoffrudel bei einem riesigen Rinderkopfhautstückchen in der Sonne gemütlich gemacht und einfach ein bisschen geplaudert.

So ein Hundeleben kann ja tatsächlich ganz schön spannend sein. Vor allem, wenn man so gerne unterwegs ist wie wir. Natürlich habe ich meinen neuen Freunden von den interessanten Eindrücken meiner letzten Reisen nach Norwegen, Brixen und Garmisch erzählt. Doch auch Salome hat bereits viel von der Welt gesehen. Sie reist mit ihrem Familienrudel fast überall hin. Nur in die Türkei nach Olympos kann sie nicht mitkommen, schade!
Dafür hat Salome schon ein Buch geschrieben. Es ist ein Stadtführer für Hunde und heißt: FRED & OTTO unterwegs in München.

Oh, wie schön ist Salome! Mein Besuch in Aschau - Xaver unterwegs
Relaxen nach einem schönen Tag @Almut Otto

Das Buch kommt am 6. November raus. Hier steht alles drin, was Münchener Hunde und Touristen-Hunde wissen sollten. Ich werde mir das Buch auf jeden Fall noch mal ganz in Ruhe durchlesen. Denn gestern und heute hatte ich dazu keine Zeit.
Nach einer kräftigen Stärkung hat Salome mir gestern nämlich die lustigen Bankerl in Aschau gezeigt: In dem Wander-, Biker- und Gleitschirmfliegerparadies ist gerade Bankerl-Jahr. Und das heißt: Hier stehen an die 400 Bänke zum Ausruhen für die müden Sportler bereit. Darunter sind 125 ganz besondere Themenbänke. Wir haben gerade mal sieben davon geschafft.

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Hier die Bank vom Metzger Toni – alle Bankerl-Fotos @Almut Otto

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Am besten hat mir natürlich das Bankerl vom Metzger Toni (ganz oben) gefallen. Denn die netten Verkäuferinnen haben Salome und mir gleich ein paar Würstchen spendiert. Das nenne ich Gastfreundschaft!

Die schöne Salome hat mir abends ein Plätzchen in ihrem Körbchen angeboten. Das war so kuschelig. Ich hab immer noch etwas Schmetterlinge im Bauch, wenn ich daran denke …

Oh, wie schön ist Salome! Mein Besuch in Aschau. - Xaver unterwegs.
Was für ein kuscheliger Schlafplatz @Almut Otto

Salome hat mir auf einer Karte gezeigt, wo sie immer zum Wandern, Radeln, Rodeln und Joggen hingeht. Das Angebot hier ist riesig, und ich war sicher nicht das letzte Mal da. Für uns stand heute die Baumgartenalm auf dem Programm. Die liegt 1180 m hoch. Almut und ihr Partner Franz sind raufgeradelt. Zum Glück musste ich nicht alles laufen, sondern durfte mich zum Schluss im Radlrucksack ausruhen. Da war auch gleich die Aussicht viel besser.

Oh, wie schön ist Salome! Mein Besuch in Aschau. - Xaver unterwegs.
Abhängen an der Baumgartenalm @Almut Otto
Oh, wie schön ist Salome! Mein Besuch in Aschau. - Xaver unterwegs
An der Kampenwand gibt es viele Wandermöglichkeiten. @Almut Otto

Der Blick auf die umliegenden Berge war schon gigantisch. Salome ist tatsächlich alles gelaufen, rauf und runter. Hut ab! Aber ihr Frauli ist auch extra langsam hinuntergefahren, damit es der Salome nicht so auf die Gelenke geht.
Ja, das waren zwei herrliche Tage, doch jetzt heißt es Abschied nehmen …

Oh, wie schön ist Salome! Mein Besuch in Aschau. - Xaver unterwegs
Vor der Abreise in die Türkei, nach Olympos…leider kann Salome nicht mit. @Almut Otto

Wie schön wäre es, wenn Salome mit in die Türkei könnte. Aber sie passt leider nicht ins Handgepäck.
Ich für meinen Teil werde auf jeden Fall ganz genau erzählen, was ich mit ihrem Frauchen auf der Recherchereise für die Mountains4u alles erlebt habe – freut Euch drauf!

Text: Almut Otto Fotos: Franz Osterhammer/Almut Otto

Dieser Artikel ist bei “Xaver will mit” erschienen.