Die Julbo Wave – Getestet und zum Lieblingsstück avanciert

Leicht, praktisch und robust! Bei den Recherchearbeiten für die „Sailing Rocks“ durfte eine wassertaugliche Sonnenbrille nicht fehlen. Doch die schwimmfähige Julbo Wave zeigte auch während vieler Fahrtentörns, beim Kiten, Jetskifahren sowie auch an Land ihre hervorragende Performance.

Test: Julbo Wave
Julbo Wave – Perfekt für jeden Wassersport; Foto: Franz Osterhammer

Dank Seitenschutz stört kein lästiges Spritzwasser, die polarisierenden Gläser filtern störende Lichtreflexe und das einfach zu verstellende Brillenband, der stoßdämpfende Einsatz sowie die ergonomisch geformten Bügel sorgen für einen sicheren und gleichzeitig angenehmen Halt.

Einzige Ausnahme: Extreme Kiteabgänge nach nicht gestandenen Manövern quittiert auch die Brille mit einem Sprung ins Wasser. Doch dank ihrer Schwimmfähigkeit ist die Wave meistens gut wiederzufinden. Bleibt zu hoffen, dass die robuste Bauweise extremeren Beanspruchungen lange Zeit Stand hält! Die Schutzkategorie der selbsttönenden Gläser reicht von 2 bis 4. Das bedeutet, die Wave bietet Blendschutz an normalen Sommertagen genauso wie an Wasserflächen bis hin zum Gletscher.

Durch eine spezielle wasserabweisende Behandlung perlen Tropfen – wir trugen die Wave beim Kiten in der extrem salzhaltigen Lagune Lo Stagnone auf Sizilien – weitgehend von der Glasoberfläche ab. Während die zusätzliche ölabweisende Behandlung fetthaltige Fingerspuren verhindert und für leichte Reinigung sorgt. Selbstverständlich ist die Brille mit stoßfesten Polarized-Gläsern ausgestattet. Auf Wunsch können auch Korrekturgläser verwendet werden. Je nach Gesichtsform schließt die Brille perfekt ab, wobei kleine Lüftungslöcher ausreichend Ventilation bieten.

Erfreulich für langhaarige Brillenträger: Dank Grip-Tech-Material und ergonomischer Form können sich keine Haarsträhnen in herausstehenden Ecken und Kanten verfangen. Die Wave gibt es in den Farben schwarz/weiß und schwarz/blau. Kostenpunkt der Brille: 119,95 Euro mit den einfachen Polarized 3+ Gläsern, 174,95 Euro mit Octopus Gläsern.

Übrigens: Die französische Olympiamannschaft sowie Kite-Pro Jérémie Eloy tragen die Wave auf allen ihren Touren rund um die Welt. Wer sich für die Brille interessiert findet hier http://www.julbo-eyewear.com/de/6/dealer_locator/list.html#search_dealers einen Händler in seiner Nähe.

Text: Almut Otto Foto: Franz Osterhammer

Erschienen am 15.10.2013 auf www.mountains4u.de

 

 

 

Recycling in der Outdoorbranche

10-pyua_recycling_container - Recycling in der Outdoorbranche
Wer in einen Altkleidercontainer von Pyua ausgediente Bekleidung wirft, darf sich sicher sein, dass diese recycelt wird. @ Pyua

Eine Outdoorjacke, die schon mal als PET-Flasche auf dem Berg war, eine industriell kompostierbare Schuhsohle und ein Orden für Umweltschutz von der Queen? – Die Branche denkt um. Weil sie muss!

„Es wird schwierig sein, Polyester-Kunststoffe zu ersetzen, denn die Vorteile überwiegen: Sie sind leicht, bruchsicher und vielseitig einsetzbar,“ erklärt Norbert Völl, Pressesprecher vom Grünen
Punkt. „Aber, sie sind schwer abbaubar. Deshalb ist es umso wichtiger, sie nach Verwendung sortenrein zu sortieren und zu recyceln.“ Oft spricht man auch vom downcyceln, da der vertretbare Aufwand im Aufbereitungsverfahren die Qualität wiederverwerteter Kunststoffe herab setzt. Nichtsdestotrotz können sich die Ergebnisse sehen lassen. So wird zum Beispiel aus alten PET-Flaschen entweder wieder eine Kunststoffflasche oder eben eine Outdoorjacke. Und obwohl Transportwege, Sortiermaschinen und Granulaterstellung aus gebrauchten Kunststoffen aufwendig sind, schneiden sie im CO2-Vergleich zur Produktion von neuem Granulat viel besser ab.

35 PET-Flaschen für eine Jacke

Der Bergsportspezialist Patagonia gehört zu den ersten Outdoorherstellern, die 1993 zusammen mit Textilproduzent Polartec Fleecejacken aus recycelten Misch-Polyester produzierten. Heute werden vor allem PET-Flaschen verarbeitet. Eine Herrenjacke in Größe L besteht beispielsweise aus circa 35 Plastik-Flaschen. Zur Wiederverwertung werden die Flaschen zunächst gespült, geshreddert, eingeschmolzen und dann zu feinen Fasern gesponnen. Diese wiederum werden verdichtet, zu Stoffen gewirkt und eingefärbt. Mittlerweile bieten zahlreiche Outdoormarken wie Fjäll Raven, Norrøna, RAB, The North Face, Vaude uvm. unterschiedlichste Produkte aus downgecyceltem Kunststoff an. Und: Ausgediente Funktionskleidung wird – sofern es keine Mischgewebe sind – der Wiederverwertung zurückgeführt.

Pfand und Kompostierung bei Outdoorprodukten

Besonders innovativ ist dabei das schwedische Unternehmen Klättermusen: Unter dem Recover-Label repariert es ausgediente Produkte, um sie in einem zweiten Lebenszyklus zurück auf den Markt zu bringen. Ist nichts mehr zu machen, haben die Waren Pfandlabel mit Werten von ein bis zwanzig Euro. Wer die Kennzeichnung in eine Verkaufsstelle des Herstellers bringt, erhält einen Gutschein für den Betrag. So wird dem Kunden auch bei ausrangierten Produkten der Wert eines Stückes plakativ bewusst.

Schuhhersteller Hanwag bietet mit der Composole eine – bei industrieller Kompostierung auf 70 Grad Celsius und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit – 100-prozentig abbaubare Schuhsohle für Berg- und Trekking-Schuhe an. Doch keine Sorge: Während des Outdooreinsatzes zeigt sie sich robust und widerstandsfähig.

Auch Abfälle und Restmaterialien aus Skiern sind zur Düngung zu gebrauchen: Amer Wintersports lässt sie in einem speziellen Verfahren zerkleinern und daraus Karbid gewinnen. Dies ist wiederum Grundstoff zur Düngemittelherstellung.

4th Queens Award für Nikwax

Vorbild in punkto Umweltschutz ist das britische Unternehmen Nikwax. Grund genug für die Queen, dem Hersteller für PFC-freie, wasserdichte Ausrüstung Ende April den 4th Queens Award zu verleihen. Diese Auszeichnung ist die höchste britische Ehrung für unternehmerischen Erfolg. „Wir müssen innehalten und über den Kraftstoff, den wir auf dem Weg zu unserem Spaziergang verbrauchen, nachzudenken; ebenso auch über die Energie und Rohstoffe, die zur Herstellung unserer schützenden Kleidung genutzt werden. Es könnte nämlich sein, dass wir unsere geliebten Berge zerstören,“ erklärte Nick Brown, Gründer von Nikwax, die umsichtige Motivation seines Unternehmens. „Das Auffrischen der Wasserdichtigkeit von Outdoorbekleidung bedeutet Nachhaltigkeit, denn so wird weniger Energie und Geld benötigt, als wenn das Equipment mit Neuem ersetzt wird. Und all das zählt für uns.“

Rab
Recycling in der Outdoorbranche @Rab

Der Plasma Hoodie von Rab besteht im Obermaterial wie auch in der Füllung zu 100 Prozent aus recyceltem Polyester. Sogar Reißverschlussbänder und Garne wurden aus recycelten Komponenten hergestellt. Kordelstopper und Reißverschlusszähne kommen aus Bluesign-zertifizierter Quelle. (Foto: Rab)

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Recycling in der Outdoorbranche @Polartec

 

Im Jahre 2013 verarbeitete Polartec 658.000.000 Millionen Plastikflaschen zu Polartec Funktionsstoffen. 60 Prozent aller Stoffkategorien von Polartec bestanden im Jahre 2013 aus recyceltem Material.

 

Recycling in der Outdoorbranche - Polartec production facility and mill in Lawrence, MA.
Recyeltes Material von Polartec @Polartec

4-hanwag_composole_13 - Recycling in der OutdoorbrancheDie recycelbare Compo-Sohle gibt es derzeit bei drei Schuhmodellen von Hanwag. Selbstverständlich ist der gesamte Schuh nachhaltig konzipiert: Das Oberleder stammt aus zertifizierter Landwirtschaft und wird – wie auch das Futterleder – chromfrei gegerbt. Das Fußbett besteht aus Kork. (Foto: Hanwag)

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Die Weichmacher in den Gummistiefeln von Kamik basieren statt auf Erdöl auf abbaubaren pflanzlichen Ölen. Das Innenfutter ist aus recyceltem Polyester und der komplette Schuh kann nach Gebrauch zum Recyceln wieder eingesandt werden. (Foto: Kamik)

6-nikwax - Recycling in der Outdoorbranche

 

Auch das gehört zum Recycling: Beim britischen Outdoorhersteller Nikwax wurden in 2013 71 Prozent des innerhalb der Produktionsstätte anfallenden Mülls recycelt. Ziel für 2014 ist die 80-Prozent Hürde zu erreichen. (Bild: Nikwax)

Recycling in der OutdoorbrancheMembranhersteller Gore stellte vor 20 Jahren Sammelcontainer im Handel auf, um bei Goretex-Jacken Textil und Membran zu trennen. Doch aufgrund mangelndem Interesse seitens der Kunden wurde das sogenannte Gore Balance Projekt wieder eingestellt. Heute konzentriert sich das Unternehmen darauf, einerseits Produktion, Beschaffung und Transport möglichst nachhaltig zu gestalten bzw. durch Pflegeanleitungen die Lebensdauer seiner Produkte zu verlängern. Denn auch ein langer Produktlebenszyklus sorgt für weniger Müll. Foto: Goretex

Infokasten

Der Rohstoff für die meist aus Polyester bestehenden, synthetischen Textilien ist Erdöl. Doch irgendwann ist Schluss! Laut aktuellen Prognosen wird das Ölfördermaximum spätestens im Jahre 2030, wenn nicht sogar schon viel eher, erreicht sein. Noch viel erschreckender in Zusammenhang mit Kunststoff ist jedoch die Erkenntnis, dass mit dem derzeit existierenden Plastikmüll die Erde erstens mittlerweile sechsmal umwickelt werden könnte und zweitens noch gar nicht bekannt ist, wie viel von den zum Teil giftigen Abfällen in unsere Nahrungskette gelangen. Grund genug also, die weitere Produktion weitgehend zu vermeiden und vorhandenes Plastik sortenrein zu trennen und zu re- bzw. downcyceln. Während es in den meisten Gebieten Deutschlands den gelben Sack gibt, in dem der gesamte Plastikmüll entsorgt werden kann, bestehen einige deutsche Gemeinden und Landkreise schon vorab auf sortenreine Sortierung von Mischkunststoffen, Plastikflaschen bis 1 Liter, Kunststoffbechern, Tetra Paks und großen Verpackungsfolien. Der Aufwand lohnt auf jeden Fall!

8-boote - Recycling in der OutdoorbrancheWerner Boote, Filmregisseur und Autor, u. a. vom Kinodokumentarfilm Plastic Planet (2009), über die Gefahren synthetischer Kunststoffe in ihren verschiedensten Formen und ihrer weltweiten Verbreitung (Foto: Werner Boote)

„Für den Film “Plastic Planet” hat sich das gesamte Team des Films einem Bluttest unterzogen. Wir wollten wissen, inwieweit das Plastik in unserer alltäglichen Umgebung auch direkt Einzug in unsere Körper gehalten hat und damit unsere Gesundheit beeinträchtigt. Mit einem erstaunlichen Ergebnis: Jeder von uns hatte Substanzen wie Bisphenol A, Phtalate und Flammschutzmittel im Blutplasma. Diese besorgniserregenden Substanzen treten aus Kunststoffen aus und werden für Krebserkrankungen, Herzerkrankungen, Allergien und Unfruchtbarkeit verantwortlich gemacht. Eineinhalb Jahre später ließ ich mein Blutplasma erneut testen und es stellte sich heraus, dass ich aufgrund bewussten Konsums das Plastik in meinem Körper deutlichst reduziert hatte. Man kann also der Gesundheit durch gezielten Konsum etwas Gutes tun. Produkte, die mit unserer Haut in Berührung kommen, sollten generell nicht mit besorgniserregende Substanzen hergestellt werden, weil diese Chemikalien sogar durch die Haut in unser Hormonhaushalt eindringen.“

9-norbert_voell - Recycling in der OutdoorbrancheNorbert Völl, Pressesprecher vom Grünen Punkt, zur Frage, wie es sein kann, dass trotz Sortiermaschinen, mehrfachen Transportwegen und aufwändiger Verarbeitung recycelte Kunststoffe eine bessere CO2-Bilanz haben als neu hergestellte Kunststoffe (Foto: Der Grüne Punkt): „Die Umweltbilanz eines möglichen Fahrtweges zu Verarbeitungsstätten fallen weniger ins Gewicht, als man allgemeinhin vermutet. Zum einen würden Containerschiffe, die Neuwaren aus Asien nach Europa bringen, sonst leer gen Heimat zurück fahren und außerdem werden immer mehr Flakes in Europa produziert, denn der asiatische Markt setzt mittlerweile selbst auf recyceltes Polyester.“

12-pyua_timo_perschke - Recycling in der OutdoorbrancheTimo Perschke, Geschäftsführer des umweltfreundlichen Outdoorlabels Pyua, bietet ganz bewusst ausschließlich recycelte und recycelbare Produkte an (Foto: Pyua):

„Pyua-Produkte sind zu 100 Prozent aus recyceltem Material. Wir haben mit der Textil Recycling K. & A. Wenkhaus GmbH und der FWS GmbH ein weltweit einmaliges System erarbeitet. Dafür werden Inhalte der Altkleidercontainer in sorgfältiger Handarbeit sortiert und zur Wiederverwertung zu neuen Produkten zugeführt. Was nicht mehr zu Garnen verarbeitet werden kann, landet z. B. im Straßenbau. Stolz sind wir zudem auf die eigens entwickelte Laminat-Technologie Climaloop. Nicht nur der Herstellungsprozess ist zu 100 Prozent ökologisch korrekt, die Membran kann auch zu 100 Prozent recycelt werden.“

 

Text: Almut Otto Fotos: Hersteller, Video: Werner Boote

Dieser Artikel erschien in der Mountains4U 4/2014.

Abenteuer

Sailing Rocks – Ahoi Kroatien

Faszination Drakensberge

Majella Nationalpark

Olimpos Tırmanış Cenneti

Frijliftsliv

Oh, wie schön ist Salome! Mein Besuch in Aschau

Test

Felle für Splitboards: Der richtige Schnitt

Die Julbo Wave – Getestet und zum Lieblingsstück avanciert

Prior Splitboard: Einsteigen, Aufsteigen, drauf Abfahren und wohl fühlen!

Aus zwei mach eins Splitboards: Vom unausgereiften Selbstbauset zum High-End-Produkt

Umwelt

Nachhaltige Skigebiete – Ein Widerspruch per se? 

Nachhaltigkeit in Urlaubsgebieten

Recycling in der Outdoorbranche

Verpackung – Muss das sein?

Gesundheit

Defi inside

Höhenvorbereitung – Dünne Luft für Leistungspusch

Majella Nationalpark – Ökotourismus mit Stil

Man nehme eine grandiose Natur, mische sie mit einem Hauch von Nachhaltigkeit dall`Italiano und gebe eine gute Portion an unvergesslichen Erlebnissen hinzu: Fertig ist das perfekte Erholungspaket. Tiefe Schluchten, karge Mondlandschaften und Jahrtausende alte Spuren menschlicher Existenz – Majella, das Muttergebirge der Abruzzen zeichnet sich durch viele Extreme aus. Ihre mächtige Wirkung vereint sie zu einem großen Ganzen: Der Rückbesinnung auf den Ursprung.

Abruzzen - Majella Nationalpark
Blick in die faszinierende Bergwelt des Majella-Gebirgszuges @Almut Otto

„Das hat Stil!“, ist der erste Eindruck, den ich vom Majella Nationalpark habe. Ich sitze mit zwei Kolleginnen und unseren Guides John und Giovanni im der Gaststube des dezent mit Antiquitäten dekorierten Agrotourismusbetriebes „Il Portone“. Während ich die köstlichen – natürlich vom Wirt selbst zubereiteten Antipasti genieße – lasse ich meinen Blick über die Einrichtung schweifen: hölzerne Schneeschuhe und alte Spindeln kann ich noch als solche erkennen. Aber was bitte ist das für ein eigenartiges Zupfinstrument in Zither-Optik? „Das ist eine ´Chitarra pergli Spaghetti´, eine Spaghettimaschine,“ klärt mich Giovanni auf, „der Teig wird über das Gitter gelegt und dann mit einem Nudelholz durch die eng beieinander liegenden Saiten gepresst. Und schon haben die Pasta eine gleichmäßige Form.“ Sehr praktisch!

Ein Platz für Eremiten

Das Majellamassiv zieht nicht nur mich unweigerlich in seinen Bann. Schon seit Jahrtausenden übt der auch als Mutterberg bekannte Gebirgszug mit seinen majestätischen Gipfeln und imposanten Schluchten eine unglaubliche Faszination auf die Menschen aus: Religionsübergreifend nutzten Glaubensvertreter verschiedenster Richtungen die Einsamkeit dieser fast überirdisch scheinenden Natur um dem Göttlichen näher zu sein. Darum gibt es hier – neben Tibet – die meisten Einsiedeleien der Welt.

Abruzzen - Majella Nationalpark
Hier wohnte einst Papst Zöletin V. – heute darf sich jeder für ein paar Tage in diese traumhafte Einsamkeit zurückziehen. @Almut Otto

Grund genug, die Spuren der Eremiten zu erkunden. Unsere erste kleine Tour führt über schmale, gut beschilderte Pfade zur spektakulären Eremitage San Bartolomeo di Legio. Wie ein Adlerhorst thront die in den Fels gehauene Kapelle über der Schlucht von Santo Spirito. Hier also ist der Ort, zu dem sich Papst Zölestin V. – der legendäre Papst, der keiner werden wollte und der erste, der zurück getreten ist – erstmals zurückgezogen hatte. Wer für ein paar Tage der Alltagshektik entfliehen möchte, darf diese heilige Stätte übrigens als Übernachtungsplatz nutzen, sofern das Lager anschließend wieder besenrein hinterlassen wird.

Ob einer von uns an Klaustrophobie leidet, möchte John wissen. Der Gang zur nächsten Eremitage erfordere etwas Mut. Mit einem etwas mulmigen Gefühl wandern wir durch das grüne Orfento Tal. Der Weg führt durch einen märchenhaften Buchenwald, der urplötzlich einen atemberauenden Blick auf eine unendlich scheinende, dicht bewachsene Schlucht freigibt. Von Zeit zu Zeit, so die Legende, soll sich am tiefen Ende der Schlucht eine Pforte öffnen und einen unermesslichen Schatz freigeben. Doch wer nicht schnell genug ist, den sperre die Schlucht auf immer und ewig ein. Bisher hat es noch kein menschliches Wesen geschafft, lebend dieser Verlockung zu entkommen.

Abruzzen - Majella Nationalpark
Der Weg zur Eremitage wird immer niedriger – die Zweizimmer-Einsiedelei erreicht man nur im Kriechgang. @Almut Otto

Da scheint der Eingang zur Eremitage San Giovanni dell Orfento ja fast ein Kinderspiel: Zwanzig Stufen führen seitlich zu einer in den Fels gehauenen, immer niedriger werdenden Passage hinauf. Nun heißt es auf den Boden legen und über den aalglatt polierten, knapp menschenbreiten Stein robben. Rechts geht´s fünfzehn Meter ungesichert in die Tiefe. Konzentriert arbeite ich mich durch das steinerne Nadelöhr. Schließlich wollte der heilige Baumeister San Giovanni, dass man sich seinem Rückzugsort wie eine Schlange nähere. Die Mühe lohnt: Stolz sehe ich mich in der gerade einmal menschenhohen Behausung um. Ein kleiner Altar lädt zum Meditieren ein. Durch die kleine Zweizimmerhöhle – die wohl schon in der Bronzezeit Menschen beherbergt hat – führt ein ausgeklügeltes Wasserleitungssystem, das Regenwasser in einer Zisterne sammelt.

Auf dem Rückweg versinke ich in Gedanken. Berge – wer meint, dass immer nur der höchste Gipfel das Ziel sein kann, wird im Majellapark eines Besseren belehrt. Ohne Zweifel bietet der 2793 Meter hohe Monte Amaro eine grandiose Aussicht und sollte auf jeden Fall erklommen werden. Doch es muss nicht immer nur höher, schneller und weiter sein. Ein Gang zurück – den Blick auf das Wesentliche gerichtet – scheint manchmal angemessen.

Dank einer vorausschauenden Politik und vorbildlicher Rekultivierung einheimischer Arten haben die Abruzzen ihren ursprünglichen Charakter erhalten können. Derzeit steht etwa ein Drittel des Gebiets unter Naturschutz. Erst seit wenigen Jahren erschließt ein bewusst sachte inszenierter Tourismus ausgewählte Abschnitte für die Öffentlichkeit. Das Ergebnis ist eine fast vollkommen intakte Bergwelt mit einer außergewöhnlichen Flora und Fauna. Und modernen, traditionsbewussten Menschen, die diesen Schatz zu erhalten wissen. Molte grazie a voi!

Hintergrundinfos

Allgemein

Majella National Park

Der im Jahr 1991 gegründete Majella Nationalpark verläuft größtenteils über bergiges Gelände von knapp 74.095 Hektar. Dementsprechend liegen auch etwa 55 % des Parks oberhalb von 2000 m. Trotz Jahrtausende alter geschichtlicher Traditionen – erste archäologische Funde reichen bis in die Altsteinzeit zurück – konnte sich das Labyrinthartige Gebiet mit seinen tiefen Schluchten eine unglaubliche Artenvielfalt erhalten. Dementsprechend wurden im Park 2114 Pflanzenarten, davon 142 endemische Pflanzen nachgewiesen. Zudem leben hier 45 Prozent der in Italien vorkommenden Säugetierarten. So unter anderem mit vier Rudeln der kurz vor dem Aussterben bedrohte apenninische Wolf , 30 bis 50 marsikanische Braunbären sowie Rotwild, Gämsen desweiteren auch 130 Vogelarten wie Königs- und Steinadler, Wander- und Lannerfalken.

Der Park ist über die Orte Sulmona, Pescocostanzo und Guardiagrele erreichbar. Am Parkeingang widmen sich Besucherzentren wie das Paolo Barasso in Caramanico Terme, Maurizio Locati in Lama die Peligni, S. Eufemia a Maiella im gleichnamigen Ort unterschiedlichen Themen wie dem heimischen Wolf, der Gämse, den Braunbären, der Archäologie und der Botanik.

Kontakt: Majella Nationalpark, Via Badia n. 28, 67039 Sulmona (AQ), T. +39/0864/25701, F. +39/0864/2570450, www.parcomajella.it

Anreise: per Flugzeug nach Rom oder Pescara, von dort mit einem Mietwagen zu den Orten Sulmona bzw. Guardiagrele

 Beste Reisezeit: Ganzjährig! Wobei sich die jeweiligen Jahreszeiten für unterschiedliche Aktivitäten eignen: Während sich der Sommer für höhere Gebirgswanderungen anbietet, laden Frühjahr und Herbst zu Wanderungen und Radtouren in niedrigeren Höhen, zu Eremitagen und zu Städtetouren ein. Im Winter heißt es dann Skifahren, Langlaufen und Touren gehen.

Übernachten und Essen

Agriturismo Il Portone

Abruzzen - Majella Nationalpark
Hier lässt es sich gut wohnen. @Almut Otto

Der stilvoll eingerichtete, hervorragend restaurierte, alte Biobauernhof liegt in den grünen Hügeln des Majellanationalparks, nicht weit vom Blockhaus entfernt. Insgesamt stehen neun, mit antiken Möbeln dekorierte, fast hochherrschaftliche Zimmer sowie eine Wohnung mit zwei Doppelzimmern zur Verfügung. Besonderheiten: Fahrradverleih, Kochkurse und es dürfen Haustiere mitgebracht werden. Internet vorhanden.

Il Portone, C. da San Martino 2,  65020 Abbateggio (PE), T. +39/085/8543512, www.borgosanmartino.eu

Agriturismo Pietrantica

Urlaub auf dem Bio-Bauernhof dall‘Italiano: Gegessen wird mit der ganzen Familie. Mutter Marisa kocht hervorragend. Meist gibt es selbst angebaute Produkte. Besonders zu empfehlen sind ihre Dinkelgerichte, deren Samen Schwiegervater Paolino schon vor Jahrzehnten wohlweislich zur Seite gelegt hat, um sie später einmal zu rekultivieren. Ehemann Camillo arbeitet nebenher bei der Bergrettung. Er kennt sich im Majellagebirge sehr gut aus. Die Zimmer sind einfach, aber mit allem ausgestattet. Insgesamt stehen im ganzen Dorf acht Appartements zur Verfügung.

Agriturismo Pietrantica, Marisa und Camillo Sanelli, C. da Decontra n°21, Caramanico Terme (PE), T. + F. +39/085/922188, www.agripietrantica.com

Locanda del Barone

Ein hervorragend geführter Familienbetrieb, in dem Essen zelebriert wird: Der Vater kocht einmalig, der Sohn könnte auch in einem Sternerestaurant servieren und die Mutter sorgt rundum für eine heimelige Atmosphäre. Käse und Fleisch – zum Beispiel Wildschein – werden übrigens von der Familie selbst verarbeitet. Die sechs Zimmer sind großräumig und komfortabel ausgestattet. Locanda del Barone, Contrada Casa del Barone, 65023 Caramanico Terme (PE), T. +39/085/92584, F. +39/085/4969787, www.locandadelbarone.it

Kulinarisches

Abruzzen - Majella Natioanlpark
Antonio beim Eismachen – unbedingt das Erdbeereis probieren. @Almut Otto

In San Valentino steht eine der besten Eisdielen Italiens: La Gelateria di San Valentino. Inhaber Antonio hat schon mehrere nationale Auszeichnungen erhalten. Seine Spezialität ist Erdbeereis, doch auch seine der Jahreszeit entsprechende Haselnussvariante – natürlich ohne künstliche Aromen, Zusatz- und Farbstoffe – ist Spitzenklasse. Die Cafébar hat von Mitte November bis Ende Oktober geöffnet. La Gelateria di San Valentino, Via Cupoli, 1/3, 65020 San Valentino (PE), T. +39/085/8574229

Info Wandern

Abruzzen - Majella Nationalpark
Wandervergnügen im Majella-Park. @Almut Otto

Das Majella-Gebirge bietet an die 120 Wanderwege in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden. Bemerkenswert ist, dass alle Wege an naturwissenschaftlich, kulturell oder historisch bedeutenden Orten vorbeiführen. Je nach Kondition und Zeit bieten sich einstündige Spaziergänge bis zu Mehrtagestouren an. Ob auf den Spuren der Heiligen, der einmaligen Flora und Fauna oder eine anspruchsvolle Bergwanderung im Zentralmassiv oder der Majellakette – jede Tour hat ihren eigenen Reiz. Besonders Eindrucksvoll ist eine Wanderung durch die wilde Orfento Schlucht. Weitere Informationen hierzu gibt es vor Ort in den drei Informationsbüros des Parks.

Wanderkarte Majella (Blatt 13) 1:25:000 Edizioni Il Lupo, ISBN 9788888450179, 13,90 €

Info Biken

Dank einer interaktiven Karte und GPS Daten unter www.besuchabruzzo.de kann sich jeder seine Wunschroute schon vor dem Urlaub heraussuchen. Als Ausgangspunkt eignet sich für Touren durch den Majella Park der Ort Scanno, der auch in Reichweite Parco Nazionale D‘Abruzzo und Sirente-Velino liegt. In Scanno findet in diesem Jahr übrigens erstmals das X -Terra Italy Event statt.

Gerade für Mehrtagestouren bietet sich eine organisierte Reise mit einheimischem Guide an, der nicht nur Hotels vorbestellt sondern auch die geheimen Schleichwege der Hirten kennt. Giovanni Nori ist einer der wenigen deutschsprachigen Guides in den Abruzzen. Er fährt nicht nur Bike, sondern organisiert auch Wanderungen.

Monti e mare, Giovanni Nori, Via Gran Sasso D’Italia 24, 66020 San Giovanni, Teatino, Telefon: +39/348/44 51 772, http://www.monti-e-mare.de

Info Klettern

Im Majellanationalpark gibt es vor allem in Roccamorice hervorragende Klettermöglichkeiten. Hier bieten an die 300 Routen mit Schwierigkeitsgraden von 4 – 8 Spaß für alle Könnensstufen. Beste Anlaufstelle für Material und Schulung ist Giampiero Di Federico, Martino 33, Abbateggio/PE, T. +39/340/665 0939, http://www.monteabruzzo.it

Info weitere Aktivitäten

Abruzzen - Majella Nationalpark
Unvergesslich: Der Ausritt durch unberührte Natur. @Almut Otto

Fernab von Straßenverkehr und Zivilisation bietet ein Ausritt zu Pferde einen einmaligen Perspektivenwechsel. Ob ein mehrtägiger Ausflug auf den Spuren der Transhumanz – der Wanderviehwirtschaft – oder ein Tagesritt am Fuße des Monte Amaro: Reiten im Majellapark ist ein einmaliges Erlebnis.

Parco Equituristico Majella Morrone, Frank Montefusco / Claudia Maria Sartone, Mobil Frank +39 3296158826 oder Mobil Claudia +39/329/6158824, www.parcoequituristicomajella.it

Text und Fotos: Almut Otto

geschrieben für das Allmountain Magazin/2013

 

Olimpos Tırmanış Cenneti – Kletterparadies Olympos

Olimpos Tırmanış Cenneti - Kletterparadies Olympos
Olympos gilt als Kletterparadies @Almut Otto

Wer einmal in Olympos war, kommt wieder: Das kleine Klettergebiet an der lykischen Küste bietet neben einer Vielzahl an vertikalen Spielplätzen eine hamma-chillexte Atmosphäre. Grund genug hier einmal persönlich vorbeizuschauen. Olimpos’a hoşgeldiniz!2

Olimpos Tırmanış Cenneti - Kletterparadies Olympos
Auch für Deep Water Solo Fans gibt es jede Menge Spaß @Almut Otto

Text und Fotos: Almut Otto

“Wir haben den ganzen Tag Routen erschlossen,” erzählt Metin Yılmaz. Nomen est Omen! Seinen Namen könnte man mit “der ausdauernde Furchtlose” übersetzen. Wir, damit meint Metin das internationale Petzl-Kletterteam, Öztürk Kayikci und sich selbst. Die beiden einheimischen Bergprofis haben in der lokalen Szene Kultstatus. So war es Öztürk, der das größte Klettergebiet in der Türkei, Geyikbayırı3, unter frotzelnden Kommentaren erschloss. Doch auch Metins Background ist respektabel: Er ist Klettertrainer, Berg- und Skitourenführer, Tauchlehrer und Leiter des Aktivitätencenters bei Kadir´s Treehouses. Dank des Pioniergeistes der Locals sind nicht zuletzt auch die Kletterfelsen in Olympos4  für uns alle zugänglich geworden. Doch nicht nur das. Die eher alternative Szene hat das Bild des Ortes in ihrem ganz eigenen, fast landesuntypischen Stil geprägt.

Olimpos Tırmanış Cenneti - Kletterparadies Olympos
Öztürk Kayikci, einer der ersten Kletterer aus der Türkei @Almut Otto

Auf dem Weg zum 1,5 Kilometer entfernten Strand von Çıralı geht es an Orangenhainen und Granatapfelplantagen vorbei. Kleine Shops reihen sich neben Bars und Restaurants. Ein verwunschen wirkender Weg schlängelt sich durch die verborgenen Schätze der antiken Stadt Olympos, bevor sich das türkisblaue Meer verlockend hinter Ruinen und Pinien zeigt. Am glücklicherweise unbebauten Kiesstrand machen sonnenhungrige Rucksacktouristen gemeinsam mit ausgepowerten Kletterern entspannende Yogaübungen. Hier enden auch die Bootstouren zu den atemberaubende Deep Water Soloing Törns, Seekayakfahrer gleiten lautlos durchs Wasser und Schwimmer stürzen sich vergnüglich ins kühle Nass.

Olimpos Tırmanış Cenneti - Kletterparadies Olympos
Auf dem Weg zum Strand geht es durch Ruinen der alten Stadt Olympos @Almut Otto

 

Olimpos Tırmanış Cenneti - Kletterparadies Olympos
Am Strand von Olympos treffen sich Sonnenhungrige, Kletterfreaks und Rucksackreisende @Almut Otto

Einer der ersten Bewohner des wieder entdeckten Olympos ist Kadir Kaya, der ebenfalls seinem Namen alle Ehre macht. Denn ohne die Beharrlichkeit von Kadir (=”Kraft/Stärke”) stünde im Nationalpark Olımpos Beydağlerı6 keine einzige Unterkunft. Somit wäre auch kein Fels (=”Kaya”) für Sportkletterer zugänglich. Grund genug für die Szene, sich in seinem Holzhüttencamp zu treffen. Trotz aller Beliebheit achtet Kadir strikt darauf, dass der Charakter seiner Unterkunft erhalten bleibt. Die Gäste genießen abends Lagerfeuerromantik und bei der im Preis inkludierten Vollpension gibt es Bio-Lebensmittel. Umweltbewußtsein und alternative Denkweisen sind in der Türkei noch eine Seltenheit. Somit ist Olympos zwar vielleicht nicht typisch türkisch, doch für Rucksack- und Klettertouristen das perfekte Urlaubsparadies. Und so wird es noch eine lange Zeit bleiben. Inşallah!7

Weitere Eindrücke gibt es >>>hier und zum Deep Water Solo in Olympos >>>hier.

Olimpos Tırmanış Cenneti - Kletterparadies Olympos
Paradiesisch: Der Weg vom Ort bis zum Strand führt durch idyllische Ruinen @Almut Otto

 

Olimpos Tırmanış Cenneti - Kletterparadies Olympos
Sogar Massagen und Yoga wird am Strand angeboten @Almut Otto

 

Olimpos Tırmanış Cenneti - Kletterparadies Olympos
Wenn der alte Baum reden könnte, hätte er viel zu erzählen @Almut Otto

Klettern in Olympos

Olimpos Tırmanış Cenneti - Kletterparadies Olympos
In Olympos gibt es für jedes Kletterniveau passende Routen @Almut Otto

Das Kletterareal von Olympos bietet elf Sektoren. Ob Anfänger oder Könner: Bei dem Angebot von über 250 Routen der Grade 4a – 8c findet jeder seinen vertikalen Spielplatz. Die Kalkfelsen locken mit unterschiedlichsten Klettermöglichkeiten. So gibt es Überhänge, Platten, technisches Klettern und vor allem sagenhafte Deep Water Soloing Spots. Je nach Sektor versprechen atemberaubende Meerblicke, kühle Schattenrouten und einige Boulderplätze unvergessliche Klettererlebnisse. Je nach Lust und Laune liegen die Sektoren in zweiminütigen bis halbstündigen Fußmärschen von Kadir´s Treehouses entfernt.

Olimpos Tırmanış Cenneti - Kletterparadies Olympos
Klettern ist Teamsport @Almut Otto

Kletterführer: A rock Climbing Guide to Antalya, Öztürk Kayıkcı

Übersetzungen:

  1. Kletterparadies Olympos
  2. Herzlich willkommen in Olympos!
  3. Hirschabhang
  4. Berg
  5. Herrenberge
  6. so Gott will

Text und Foto: Almut Otto

Dieser Artikel erschien in der Mountains4U 12/2013.

Nach World-Cup-Finale heißt es nun Skifrühling in den französischen Alpen genießen

Powder, Pisten und Kulinarisches – Die größte Skischaukel der Welt bietet 180 Skilifte, 600 Kilometer Piste und jede Menge Freeridespaß. Das Besondere: Statt lästiger Busverbindungen nach Off-piste-Fahrten sind im Trois Vallées die acht Skigebiete Courchevel, La Tania, Méribel, Brides Les Bains, Val Thorens, Orelle, Les Menuires und Saint Martin lückenlos per Lift miteinander verbunden. Doch wer sich abseits der Pisten bewegt, sollte unbedingt einen Guide mitnehmen, denn ortsunkundige Touristen, könnten leicht eine ungeeignete Abfahrt wählen.

Powdern in Les Menuires Foto: P.Lebeau
Powdern in Les Menuires Foto: P.Lebeau

Text: Almut Otto, Fotos: divers 

„Was, mit elf Leuten – davon vier Kinder und einem Snowboarder abseits – fahren?“ unser Guide schaut fassungslos. Doch wir überreden ihn zu einem kleinen, harmlosen Powderrun. Sollte er mit unseren Leistungen nicht zufrieden sein, wird die Gruppe geteilt. Wissend, dass das Niveau besser ist, als der Guide erwartet, lassen wir uns auf den Deal ein. Ob Cime Caron (3.260 m), Pointe de la Masse (2804 m), Saulire (2.700 m) oder Mont du Vallon (2.952 m) – fast eine Woche lang erleben wir atemberaubende Powderruns. Während wir tagsüber auf einer der über 50 Hütten einkehren gibt es abends für die Erwachsenen einen vom Guide selbstgebrannten Génépi und für die ganze Truppe traditionelle savoyische Küche wie zum Beispiel Raclette, Fondue oder Spezialitäten vom Steingrill. Kosten für einen Privatguide: ca. 430 € bei 1-4 Personen und Tag. Heliskiing 470 € pro Person. Ohne Guide empfiehlt sich das Nutzen der „Liberty Ride Pisten“ des Trois Vallées. Nähere Informationen gibt es per Mail entweder an das Bureau des Guides de Méribel, bdgmeribel@yahoo.fr, Bureau des Guides de Courchevel guides.courchevel@wanadoo.fr oder beim Office de la Montagne in Val Thorens. In Val Thorens gibt es übrigens auch einen DVA-Park.

Eingespieltes Offpiste-Team Foto: Franz Osterhammer
Eingespieltes Off-piste-Team Foto: Franz Osterhammer

Für Kurzentschlossene zum Freeriden nach Les Menuires

Derzeit läuft in Les Menuires die Freeeridewoche (21.-28. März). Hier steht nicht nur jede Menge Testmaterial zur Verfügung, sondern es gibt auch Workshops zum Thema „Sicherheit beim Fahren abseits der Piste“. Auch das Rahmenprogramm kann sich sehen lassen: Es finden Filmvorführungen, Konzerte und Freeride-Contests statt. Den Abschluss bildet das Derby „Bon Appétit“ am 28. März 2015.

Auch Tourengeher kommen auf ihre Kosten

Unter dem Motto „Fitness rando“ bietet das Bergführerteam ((Link: www.office-montagne.com)) aus Val Thorens Wanderungen mit Skiern an. Sie richten sich an ungeübte Tourengeher: Denn hinunter geht´s über präparierte Pisten. Während der französischen Ferien finden jeden Donnerstagabend in Méribel geführte Skitouren statt. Anmeldung unter associationduhameau@gmail.com. Fern von Liftanlagen bietet ein 20-minütiger Aufstieg zur Pointe de la Masse bei Les Menuires eine zweistündige Abfahrt im freien Gelände.

Hintergrund

Das Skigebiet Trois Vallées erstreckt sich über die drei Täler Vallée des Belleville, Vallée de Méribel und Vallée de Courchevel. Dank der Skischaukel mit sage und schreibe 180 Skiliften sind alle drei Täler und die insgesamt acht Skigebiete per Lift miteinander verbunden. Lästiges Busfahren fällt weg. Fast 85 Prozent der Abfahrten liegen über 1.800 Meter, somit ist Schnee bis zum Frühjahr fast garantiert. Insgesamt befinden sich 25 Gipfel und vier Gletscher in dem Gebiet. Die Skilifte sind dieses Jahr bis zum 26. April geöffnet.

Neben Skifahren locken Aktivitäten wie Eisklettern, Eistauchen, Snowmobile, Pferde- oder Hundeschlitten fahren, Winterbiken, Eislaufen, Schneeschuhwandern, Rodeln, Schwimmen u.v.m.

Anreise mit dem Auto, der Bahn bis Albertville bzw. Moutiers und auch per Flieger nach Chambéry, Lyon, Genf oder Grenoble möglich.

Die Ski Alpin World Cup Ergebnisse 2014/2015

Overall Herren

  1. Marcel HIRSCHER (AUT) 1448 Punkte
  2. Kjetil JANSRUD Kjetil (NOR) 1288 Punkte
  3. Alexis PINTURAULT (FRA) Gesamt 1006 Punkte
  4. Felix NEUREUTHER (GER) Gesamt 838 Punkte
  5. Fritz DOPFER (GER) Gesamt 797 Punkte

Overall Damen

  1. Anna FENNINGER (AUT) Gesamt 1553 Punkte
  2. Tina Maze (SLO) Gesamt 1531 Punkte
  3. Lindsey VONN (USA) Gesamt 1087 Punkte

11. Viktoria REBENSBURG (GER) Gesamt 573 Punkte

Defi inside

Man sieht es immer häufiger – auch auf unseren Berghütten – das grüne Schild mit einem Herz und Blitzsymbol, manchmal steht auch AED dabei. Was verbirgt sich nun aber hinter diesem Kürzel? Eine lebenswichtige Einrichtung, der sogenannte „Automated External Defibrillator” oder eben ein Defi.

Text: Paul Mair/Almut Otto; Fotos: Almut Otto (mit freundlicher Unterstützung der Bergwacht Bayern)

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Bedenkt man, dass die Herz-Kreislauf-Vorkommnisse einen Gutteil der alpinen Unfallstatistiken belegen, dann kann man sicher nicht von übertriebenen Maßnahmen sprechen, wenn man auf einer Hütte einen Defi installiert.

Markus S.*, ein Gast am Solsteinhaus im Karwendel verdankt diesem technischen Instrument, dem Engagement anwesender Gäste sowie dem Hüttenwirt Robert Fankhauser jedenfalls sein Leben. Im Alter von 46 Jahren brach er mit Herzbeschwerden auf der Terrasse zusammen. Eine zufällig anwesender Sanitäter hatte den Ernst der Lage sofort erkannt und mit den lebensrettenden Sofortmaßnahmen begonnen.

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Der erste Schritt, die Lage zu erkennnen ist, den Schmerzreiz, die Reaktion….
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…und die Atmung des Patienten zu prüfen.
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Reagiert der Patient nicht adäquat, sofort Notruf veranlassen!
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Zeitgleich wird mit der Herzdruckmassage…
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… und Beatmung begonnen.

Robert konnte währenddessen den AED holen und führte unter Anleitung der akustischen Stimme des Geräts die einzelnen Schritte durch.

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Keine Angst: Jeder kann unter Anleitung des AED die Elektroden anlegen und das Gerät ordnungsgemäß bedienen.

Nach der Schockauslösung begann das Herz des Opfers wieder zu schlagen, der ebenfalls auf der Hütte vorhandene Sauerstoff erleichterte dem Patienten die Atmung. Bis zum Eintreffen des Notarzthubschraubers Christophorus 1 wurde die Person in stabiler Seitenlage betreut.

Doch wie funktioniert denn nun eigentlich die sogenannte Frühdefibrillation? Hat man in einer unklaren Situation die Chance, einen AED einzusetzen, so sollte man dies so früh wie möglich tun. Die ersten Schritte zur Beurteilung sind ansprechen, Schmerzreiz setzen, Atmung überprüfen. Stellen wir fest, dass der Patient nicht adäquat reagiert, veranlassen wir sofort den Notruf und lassen den AED zum Patienten bringen. Zeitgleich wird mit der Herzdruckmassage und Beatmung begonnen.

Der Defi wird eingeschaltet und von nun an werden die Angaben der elektronischen Stimme befolgt.

Zuerst legt man die Elektroden laut den Skizzen auf den Pads am Oberkörper an, nun erfolgt eine Analyse des Patienten durch das Gerät. Dabei unterbricht man die CPR und berührt oder bewegt den Patienten nicht. Je nach Zustand entscheidet das Gerät, ob ein Schock abgegeben werden soll oder nicht.

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Die Pads werden laut Anleitung angebracht.
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Nun folgt durch das Gerät die Analyse des Patienten.

Wird kein Schock empfohlen, bleiben die Elektroden am Körper und man führt weiterhin die CPR 30:2 (Massage:Beatmung) fort. Nach ungefähr zwei Minuten wird eine neuerliche Zustandsanalyse vom AED durchgeführt.

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Wird kein Schock empfohlen, die Herzdruckmassage…
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…sowie Mund-zu-Mund-Beatmung fortsetzen.

Wird ein Elektroschock empfohlen, achtet man darauf, dass der Patient von niemandem berührt und etwas Abstand eingehalten wird.

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Bei Schockabgabe darf der Patient nicht berührt werden!

Nach der Schockabgabe wird die Herzdruckmassage im Verhältnis 30:2 fortgesetzt. Das Gerät führt nun ebenso nach zwei Minuten eine Analyse durch und gibt weitere Anweisungen. Dies wird solange aufrechterhalten, bis der Notarzt beim Patienten eintrifft, sich der Patient bewegt, normal atmet oder Anzeichen des wiedererlangten Bewusstseins zeigt. Darüber hinaus bleibt der Reanimierte unter ständiger Beobachtung.

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Bis zum Eintreffen des Notarztes Patienten in stabile Seitenlage bringen.

Je früher ein Defibrillator verwendet wird, umso größer sind die Chancen für den Notfallpatienten. Einen AED kann man bei Verdacht auf Herz-Kreislauf-Probleme immer verwenden. Wenn die Analyse keine Schockabgabe empfiehlt, kann diese auch nicht durchgeführt werden.

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Es gibt unterschiedliche AED-Hersteller. Doch letztendlich funktionieren die Geräte alle gleich.

*Name von der Redaktion geändert

Dieser Artikel erschien im Tablet-Magazin Mountains4u 3/2013.

Höhenvorbereitung – Dünne Luft für Leistungspusch

Drei Fragen an den Experten:

Markus Göbel, Sportwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Höhenvorbereitung, Sporttherapeut und aktiver Berg- und Outdoorsportler

Interview: Almut Otto Fotos: Markus Göbel und Jan Gruber

Wer braucht Höhenvorbereitung?

Höhenvorbereitung ist schon seit Jahren fester Bestandteil des Trainingsplans von Leistungssportlern. Weiterhin können sich Bergsteiger, die hoch hinaus wollen, vorakklimatisieren, um die Gefahr, höhenkrank zu werden, zu minimieren bzw. zu vermeiden.
Das Einatmen von sauerstoffreduzierter Luft – in der Fachsprache heißt das Hypoxie – bringt einen zusätzlichen Leistungspusch. Deshalb wird die Höhenvorbereitung auch von Marathonläufern
oder Teilnehmern von Bike Challenges genutzt. Doch auch für Breitensportler gibt es viele Einsatzbereiche. Ich denke hier zum Beispiel an ambitionierte Trekker, die den Kilimandscharo besteigen oder Motorradfahrer, die die Anden durchqueren möchten. Im Gesundheitsbereich unterstützt der simulierte Höhenaufenthalt unter anderem die Regeneration nach Sportunfällen, das Abnehmen und die Belastungstoleranz bei Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen.

Welche Trainingssysteme gibt es?

Rein theoretisch gibt es natürlich die Möglichkeit, direkt am Berg zu trainieren. Doch meist ist dies in der Praxis schon aus Zeit- und Kostengründen nicht möglich. Deshalb haben verschiedene Hersteller praktische Trainingssysteme wie den mobilen Höhengenerator, das Höhenzelt, die Atemmaske sowie auch den Pulsoximeter zur Trainingskontrolle entwickelt. Somit kann jeder Sportler ganz unabhängig und individuell in den eigenen vier Wänden trainieren. Zunächst einmal empfehlen wir vor dem Höhentraining einen Gesundheitscheck. Danach erstellen wir einen – auf das jeweilige Ziel abgestimmten – Trainingsplan. Dieser kann von neun Tagen zur Kilimandscharo-Vorbereitung bis hin zu vier Wochen zur Marathon-Vorbereitung dauern. Der Plan enthält in der Regel jedes der folgenden Elemente: Training in simulierter Höhe, das sogenannte „live low – train high“, Übernachtung im Höhenzelt, also „sleep high – train low“ sowie die Kombination aus beidem namens „live high – train high“ und zu guter Letzt die intervallförmige Einatmung von sauerstoffreduzierter Luft im Wechsel mit normaler Umgebungsluft, das „intermittierende
Höhentraining“.

Was passiert dabei im Körper?

Das „sleep high – train low“-Training provoziert die Steigerung des Sauerstofftransports und damit die aerobe Leistungsfähigkeit. Während die „live low– train high“-Methode muskuläre Adaptationen erzielt, die bereits bei geringer Belastung einen hohen
Trainingsreiz setzen. „Live high“ in Kombination mit „train high“ nutzen wir als zusätzlichen Stimulus. Hier werden die Vorteile des passiven Höhenaufenthalts mit denen des Trainings in der Höhe verbunden. Das „intermittierende Höhentraining“ unterstützt das Immunsystem, optimiert die Sauerstoffausnutzung und führt zur Steigerung der Belastungstoleranz sowie der sportlichen Leistungsfähigkeit. Da der Körper als natürliche Reaktion auf die Hypoxie viel Wasser verliert, heißt es: Trinken, trinken, trinken! Und: Auf eisenhaltige Ernährung achten! Wer eine Unverträglichkeit beim Training oder auch in der Praxis spürt, sollte übrigens die Höhe reduzieren oder einen Tag Pause einlegen. Denn letztendlich sind Gesundheit und Freude am Berg doch das allerhöchste Ziel.

  • Kosten für Material, deutschlandweiten Versand, Trainingsplan, telefonische Betreuung im Leihzeitraum: ab 299 EURO, eine gleichzeitige Nutzung von mehreren Personen ist möglich!
  • Link: Weitere Information zur Höhenvorbereitung unter
    www.hoehenvorbereitung.de
  • Buchtipp: Lämmle, Thomas; Höhe x Bergsteigen:
    Die taktischen Grundregeln des Höhenbergsteigens;
    DAV Summit Club, 2010
  • Statement: Michi Wohlleben, Extremkletterer „Dank der Höhenvorbereitung habe ich schon zwei Tage nach meiner Sehnen-OP wieder am 6.000er trainiert: Passiv und auf der Couch. Das hat mir meine Grundlagenausdauer erhalten. Sonst wäre ich drei Wochen außer Gefecht gewesen!“

Dieser Artikel erschien im AllMountain Magazin 3/2012.

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Faszination Drakensberge – Wandern in den Alpen Südafrikas

Bizarr geformte Felsskulpturen, eine Reise in die Geschichte der Menschheit und seltene Tier- und Pflanzenwelten – Das höchste Gebirge an der Südspitze Afrikas wartet mit unvergesslichen Eindrücken auf.

Bizarre Felsformen bestimmen die Kulisse des Cathedral Peak Nature Reserve.
Bizarre Felsformen bestimmen die Kulisse des Cathedral Peak Nature Reserve.

Text und Fotos: Almut Otto

„Sawubona – Herzlich willkommen!“ lautet die durchaus auch gelebte Freundlichkeit in Südafrika. Spätestens seit der Verfilmung von Nelson Mandelas Leben weiß mittlerweile jeder, dass sich die Südafrikaner weitgehend für ein friedliches Miteinander verschiedener Kulturen entschieden haben. Und das Beste: Die atemberaubende Welt in den mit bis zu 3500 Meter hohen Drakensbergen lässt europäische Alltagshektik schnell vergessen.

Begegnungen mit der Natur

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Das namensgebende Golden Gate des Parks im Abendlicht.

„In Südafrika, sagt man, wird die Sonne abends einfach ausgeschaltet“, erklärt Tourguide Thomas bei der ersten kleinen Abendwanderung über den Holkrans Trail im Golden Gate Nationalpark. Gezielt weist er mit seinem Smartphone gen Westen und macht punktgenau eine deutliche Klickbewegung. Tatsächlich: Grad noch war die Umgebung von Tageslicht erleuchtet und plötzlich ist es stockdunkel. Wer hier den Heimweg nicht kennt, darf sich auf eine Nacht in der Wildnis einstellen.

Tourguide Thomas spricht neben Afrikaans und Englisch auch deutsch.
Tourguide Thomas spricht neben Afrikaans und Englisch auch deutsch.

Die unerbittliche Nähe zur gewaltigen Natur zeigt sich einige Tage später noch deutlicher: Während der siebenstündigen Wanderung zum Orange Peel Gap im Cathedral Peak Mountain Reserve springt unser junger Führer „Wiseman“ unvermittelt mit einem Riesensatz zurück. „A brown Cobra!“ entschuldigt er sich. In seiner Bewegung verharrend wartet Wiseman geduldig darauf, bis das tödliche Bist sein schattiges Erdloch verlässt. Glück gehabt, nichts passiert! Meist verziehen sich die Giftnattern – von den Schritten des Menschen gestört – sogar schon, bevor der Wanderer auf sie trifft.

Blick in unendliche Weiten des Cathedral Peak Naturparks
Blick in unendliche Weiten des Cathedral Peak Naturparks

Reise zwischen den Welten

Ein faszinierend übersinnliches Erlebnis ist der Besuch in der Schamanenhöhle Motouleng im Free State. Nach einer halbstündigen Wanderung durch ein grünes Tal sind fremdartiges Stimmengemurmel, mystische Klänge und rhythmisches Klatschen zu hören. Kurz darauf sehen wir eine Gruppe von Sangomas, Medizinmännern, am Eingang eines riesigen Felsenüberhangs. Durch intensive Gebete und Verbeugungen bitten sie ihre Ahnen um Einlass in den heiligen Ort. Ihnen gegenüber singen und tanzen würdevoll gekleidete Schamanenkollegen, die gleichzeitig geduldig auf Auslass warten. Erstaunlicherweise dürfen auch wir Ungläubigen diese ehrwürdige Stätte betreten. Gebannt von ihrer kraftstrahlenden Atmosphäre und magischen Zeremonien scheint unverhofft auch für uns die Kommunikation mit dem Jenseits möglich!

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Mystisches Schamanentreiben am Tor zur heiligen Stätte
Auf ihren Behausungen stellen die Sangomas gleichzeitig ihre Visionen dar.

Von der Reise in metaphysische Welten geht´s kurz darauf weit zurück in die Vergangenheit: Beim Besuch der Main Cave, einer prähistorischen Höhle des Naturreservats Giant´s Castle, stellen lebensgroße Figuren eine Alltagszene aus dem Leben des Urvolkes San wirklichkeitsgetreu nach. An die 500 hervorragend erhaltener, frühzeitlicher Felszeichnungen vermitteln zudem den Eindruck, als wären die Buschmänner erst gestern hier gewesen.

Beeindruckende Szenerie: Buschmänner in Lebensgröße.
Beeindruckende Szenerie: Buschmänner in Lebensgröße.

Doch die Krönung ist Museumsführerin Thandekaximba. Nicht nur, dass sie das Leben und Wirken dieser Menschen und die Bedeutung ihrer Zeichnungen erklärt, sie spricht sogar ihre Sprache! Mühelos integriert sie Klicklaute ins Englische und imitiert originalgetreu verschiedene Tierrufe (von Rolf Fröhling).

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Thandekaximba spricht San.

Nach zehn eindrucksvollen Tagen mit unvergesslichen Begegnungen, besinnlichen Wanderungen, auf denen endemische Pflanzen und exotische Tiere unsere Neugierde weckten, heißt es Abschied nehmen. Ein letzter Blick aus dem Flugzeug in die schier endlose Weite der Natur lässt spüren, wie elementar die Reise in die Wiege der Menschheit geerdet hat: „Totsiens Südafrika – Bis bald!“

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Wandern in the middle of nowhere – Cathedral Peak.
 Nicht Füttern! Wer einem Affen sein Essen abgibt, zeigt, dass er Rangniederer ist.
Nicht Füttern! Wer einem Affen sein Essen abgibt, zeigt, dass er Rangniederer ist.
 African Fish Eagle am Sterkfontein Dam Nature Reserve.
African Fish Eagle am Sterkfontein Dam Nature Reserve.Zulu-Hütte mit Reetdach vor dem berühmten Amphitheater.

Zulu-Hütte mit Reetdach vor dem berühmten Amphitheater.

Infos

Die Blüte der Königsprothea ist das Wappenzeichen Südafrikas.
Die Blüte der Königsprothea ist das Wappenzeichen Südafrikas.

Allgemeines: Die Drakensberge sind das höchste Gebirge des südlichen Afrikas. Sie durchziehen das Land vom Nordosten Transvaals bis in das Königreich Lesotho im Südosten. Das von den Zulus auch uKhahlamba „Wand aus Speeren“ genannte Massiv besteht hauptsächlich aus Basaltgestein. Es entstand vor circa 180 Millionen Jahren durch Vulkanismus. Der höchste Punkt ist mit 3.482 Metern der Thabana Ntlenyana in Lesotho. Die meisten Flüsse Südafrikas entspringen in den Drakensbergen und fließen nach Osten in Richtung Indischer Ozean. Bekannte Ausnahme ist der mit 2160 Kilometern längste Fluss Oranje des südlichen Afrikas: Er fließt in den Atlantik. Alle Naturschutzgebiete der Region wurden im Jahre 2000 unter dem Namen uKhahlamba Drakensberg Park als UNESCO Weltnaturerbe anerkannt.

Blick auf Lesotho.

Südafrika vereint die ganze Welt in einem Land: In der sogenannten Regenbogennation leben etwa 49,1 Millionen Menschen unterschiedlichster Hautfarben. Die größte Bevölkerungsgruppe des Landes sind mit 11 Millionen Menschen die Zulus. Südafrika ist größtenteils ein sicheres und bequemes Land. Doch in einigen Landesteilen ist mit erhöhter Kriminalität zu rechnen. Hier sind vor allem für Individualreisende die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes hilfreich.

Elegante Transportmethode.
Elegante Transportmethode.

Anreise: Direktflüge nach Johannesburg gibt es mit der Lufthansa oder SAA u.a. ab den Flughäfen Frankfurt und München. Der Flug dauert ca. 10,5 Stunden. Weitere Airlines bieten Flüge mit Umsteigemöglichkeiten an. Die Drakensberge sind knapp vier Autostunden von Johannesburg entfernt. Übrigens beträgt die Zeitverschiebung im deutschen Winter MEZ +1 Stunde.

Heimatgefühle: Heidelberg in Südafrika.
Heimatgefühle: Heidelberg in Südafrika.

Einreise: Die Einreise nach Südafrika ist unkompliziert: Es ist weder ein Visum noch eine spezielle Impfung erforderlich. Vor Ort ist aber ein – am besten südafrikanisches – Moskitospray zu empfehlen. Zur Inbetriebnahme von Elektrogeräten werden Adapter für 3-polige Rundstecker benötigt. Der Eintritt in die Nationalparks ist kostenpflichtig. Je nach Aufenthaltsdauer lohnt sich der Kauf einer Wild Card direkt vor Ort oder vorab über www.sanparks.org.

Klima: Da Südafrika auf der südlichen Hemisphäre liegt, sind die Jahreszeiten entgegengesetzt zu unseren. Für Wanderer sind Frühling und Herbst die beste Reisezeit. Ideal für Tierbeobachtungen ist jedoch der südafrikanische Winter. In Gebirgen wie den Drakensbergen kann es dann vor allem nachts sehr kalt sein. Mit Schneefall ist zu rechnen!

Exotische Begegnung: Elenantilope.

Nähere Infos: South African Tourism und www.dein-suedafrika.de

Reisebuchung zum Beispiel bei Diamir Erlebnisreisen

Nationalparks

 

Golden Gate Higlands National Park

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Kletterpassage am Holkranstrail

Der 11.600 Hektar große Golden Gate Highlands National Park liegt am Fuße der Maluti Berge im Südosten des Free States. Den Namen erhielt das in den nördlichen Drakensbergen gelegene Naturschutzgebiet durch seine in der Morgen- und Abendsonne golden schimmernden Sandsteinfelsen wie zum Beispiel den 76 Meter hohen Brandwag Buttress an der Einfahrt zum Park. Im Reservat gibt es eine Reihe von circa ein- bis fünfstündigen Wanderwegen durch die malerische Graslandschaft mit ihren bizarren Sandsteinformationen. Am Spektakulärsten ist aber mit Sicherheit der zweitägige Ribbok Hiking Trail, bei dem durchaus Zebras und verschiedenste Antilopenarten wie Gnus, Oribis und Springböcke die Wege kreuzen können während in der Luft Bartgeier, Ibisse und Adler ihre Runden ziehen. Fotoapparat nicht vergessen! Zudem werden im Park auch weitere Aktivitäten wie Reiten, Klettern und Canyoning angeboten. Einen Besuch wert ist die 20 Kilometer entfernte Künstlerstadt Clarens. Von hier aus kann auch der Besuch der Schamanenhöhle, Kräutertouren und vieles mehr organisiert werden. Wer das Abenteuer liebt, sollte mit Oliver Esplin Kontakt aufnehmen. Der ehemalige Polizist hat sich nach einem Gesinnungswandel auf unterschiedlichste Extremsportarten spezialisiert.

Giant’s Castle Game Reserve

Die Farben Afrikas in Giant`s Castle.
Die Farben Afrikas in Giant`s Castle.

Das über 34.000 Hektar große, in KwaZulu Natal gelegene Giant´s Castle Game Reserve ist eines der ältesten Naturschutzgebiete Südafrikas. Schon 1904 wurde es zum Schutze der Elen-Antilopen ins Leben gerufen. Heute bemüht sich das Reservat auch Kap- und Bartgeier vor dem Aussterben zu bewahren. Dementsprechend leben leben circa 200 Brutpaare sowie zudem etwa 60 Säugetierarten und 30 Reptilienarten in dem Gebiet.

Eine weitere Besonderheit von Giant´s Castle ist die in einem nur 30-minütigen Fußweg gut erreichbare Main Cave. Ihre circa 550 Buschmannzeichnungen zählen zu den am besten Erhaltenen von Südafrika. Die auch als Buschmänner bezeichneten Nomaden gelten übrigens als erste Bewohner Afrikas und sind somit möglicherweise die Wurzel des menschlichen Stammbaums. Den Namen erhielt das Naturreservat übrigens, weil die Silhouette seiner Bergmassive an einen schlafenden Riesen erinnert. Davon erreichen der Giants Castle (3325 m) und der Injasuti Dome (3459 m) über 3000 Meter. Das Reservat lädt zu 25 Wanderungen in unterschiedlicher Länge ein. Bei Mehrtagestouren kann in Höhlen oder auch in Zelten übernachtet werden. Besonders beliebt ist das Vulture Restaurant. Von dem sogenannten „Lammergeyer Hide“ lassen sich im Winter die – mit ihrer fast drei Meter großen Flügelspannweite imposanten – Bartgeier hervorragend beobachten. Weitere Aktivitäten im Camp sind Reiten, (Eis-)Klettern und Mountainbiken. Jeden letzten Sonntag im April findet die 75 Kilometer lange Giant´s Mountain Bike Challenge statt.

Cathedral Peak Nature Reserve

Auch das Cathedral Peak Nature Reserve liegt in der Provinz KwaZulu-Natal. In dem 32.000 Hektar großen Gebiet locken majestätische Gipfel wie der Cathedral Peak (3.004 m, erstmals bestiegen im Jahr 1917), der Cleft Peak (mit 3.281 m der höchste Gipfel), The Bell (2.930 m), Outer Horn (3.005 m), Inner Horn (3.006 m), Mitre Peak (3.023 m) und die Twins (3.006 m) zu zahlreichen Höhentouren. Die Flüsse Didima und Mlambonja schufen über Millionen von Jahren tiefe Täler in denen heute Paviane, Antilopen und mehr als 210 Vogelarten leben. Ein Paradies für Wanderfreunde. Fußfaule Menschen können bei trockenem Wetter über den Mike´s Pass bis auf die Spitze des “Little Berg” nahe der Didima Schlucht fahren. Von hier gibt es eine spektakuläre Aussicht über die Gebirgszüge und umliegenden Ebenen.
Sehenswert sind zudem dien zahlreichen Felsmalereien der San.

Royal Natal National Park

Gigantisch: Die spektakuläre Wand des Amphitheaters.

Der 8000 Hektar große Royal Natal National Park wurde 1916 errichtet und gehört zu den Highlights der Drakensberge. Seinen royalen Zusatz im Namen verdankt er dem Besuch der britischen Königsfamilie im Jahre 1947. Das besondere Kennzeichen des Naturparks ist eine spektakuläre, acht Kilometer breite und 1000 Meter hohe, fast senkrechte Basaltfelswand, das sogenannte Amphitheater. Bekannt sind ebenfalls die fünfstufigen Tugela Wasserfälle, die 948 Meter in die Tiefe stürzen. Der mit 3282 Meter höchste Gipfel der Abbruchkante, der Mont-Aux-Sources macht seinem Namen alle Ehre: Auf ihm entspringen mehrere Flüsse, so unter anderem der Orange River und der Tugela. Der sich von hier auf eine 405 Kilometer lange Reise in den Indischen Ozean macht.

Ob Kurzwanderung oder Mehrtagestouren: Der Park ist ein Paradies für Wanderfreunde. Mit der einfachen, jedoch aufgrund der Hitze anstrengenden Wanderung zu den Tugela Falls befindet sich hier auch der bekannteste und schönste Wanderweg Südafrikas. Erfahrene Kletterer wagen sich an die gigantische Basaltmauer und genießen nach einer anspruchsvollen Tour die atemberaubende Aussicht vom Plateau. Beste Zeit für Wanderungen sind die klaren und sonnigen Tage von Frühling und Herbst. Im Sommer ist es zu schwül und regnerisch, im Winter liegt Schnee. Doch ist in dieser Hochgebirgsregion das ganze Jahr über mit heftigen Wetterumschwüngen zu rechnen.

Nachhaltigkeit in Urlaubsgebieten

E-Bike statt Auto, Produkte aus der Region und Natur pur: Urlaubsgebiete versuchen durch kreative Ideen den neuen Ansprüchen ihrer umweltbewussten Gäste gerecht zu werden. Der Einblick in das vielfältige Angebot macht Lust auf Reisen.

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Solartankstelle vor dem Tennengebirge. Foto: Alpine Pearls

Text: Almut Otto, Fotos: divers

Alpine Perlen glänzen nicht nur durch Schönheit, sondern auch durch Nachhaltigkeit! Denn der schonende Umgang mit der Natur macht das Urlaubserlebnis in den Alpen erst perfekt. Im Jahre 2006 entstand im Zuge eines EU-Projekts die Idee zu den Alpine Pearls, einer unabhängigen Nonprofit-Organisation. Ihre mittlerweile 29 Mitglieder aus sechs Ländern stehen – von der Anreise bis zur Mobilität vor Ort – für umweltfreundlichen Urlaub.

Der Fokus liegt dabei vor allem in der Reduktion des CO2-Austoßes durch sanfte Mobilität, kurz: Samo. Dementsprechend ist der öffentliche Nahverkehr hervorragend ausgebaut, es gibt Shuttle-Taxis, Elektroautos sowie -fahrräder und sogar die altbekannte Pferdekutsche kommt wieder zum Einsatz.

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Nachhaltigkeit – Besinnung auf alte Reisemethoden. Foto: Alpine Pearls

Vorzeigeobjekt des Samo-Tourismus ist das Outdoorparadies Werfenweng ((Link: )) im Salzburger Land. Als Modellprojekt für Samo haben sich ein großer Teil seiner Gastgeber – erkennbar am bunten Schmetterling, dem Samo-Logo – zur sanften Mobilität verpflichtet. Diese fängt schon bei der Anreise an. Wer mit der Bahn kommt, darf sich auf einen umweltfreundlichen Shuttle zur Unterkunft freuen. Werfenweng bietet nämlich für alle Gäste aus Samo-Betrieben Mobilitätsgarantie auch ohne eigenes Fahrzeug, natürlich gratis! Werfenweng-Urlauber, die mit dem eigenen Auto anreisen und ihren Autoschlüssel an der Touristeninformation abgeben, können für acht Euro die Samo-Card erwerben und somit auch die sanfte Mobilität und viele weitere Gratisangebote vor Ort nutzen. Dementsprechend kann man in Werfenweng einzigartig reine Luft in intakten Lebensräumen genießen. Natur pur eben!

Sanfte Mobilität in Werfenweng. Foto: Werfenweng
Sanfte Mobilität in Werfenweng. Foto: Werfenweng

Hochgebirgsnaturpark Zillertaler Alpen

Naturparkhaus Zillertaler Alpen. Foto: Zillertal
Naturparkhaus Zillertaler Alpen. Foto: Hochgebirgs-Naturpark  Zillertaler Alpen

Dass man sich auch für die Umwelt einsetzen kann und soll, erfahren Urlauber im Hochgebirgspark-Naturpark Zillertaler Alpen: Bei an die 200 Wanderungen auf einsamen Pfaden erhalten sie erstmals die Möglichkeit sich einen Tag – für junge Menschen wird auch eine Freiwilligenprojektwoche geboten – ihres Urlaubs für die Natur bzw. Erhaltung der Almen einzusetzen. Außerdem sind von Mitte Juni bis Mitte September Ranger in der Naturparkregion unterwegs. Sie informieren die Besucher über Highlights des Schutzgebiets, das richtige Verhalten in der Natur und achten auf die Sauberkeit entlang der Wege. Als Profis in der Naturbeobachtung machen sie die Besonderheiten des Parks für die Besucher sicht- und erlebbar.

Parkranger im Einsatz. Foto: Ursula Aichner
Parkranger im Einsatz. Foto: Ursula Aichner

E-Bikes im Trend

Nicht jeder ist fit genug, die Natur mit eigener Muskelkraft zu erleben und manchmal soll die Bike-Tour auch einfach etwas länger sein: Für alle, die per E-Bike unterwegs sind, bietet der Hochkönig  ein weltweit einzigartiges E-Tankstellen-Netz aus kompatiblen Ladestationen. Während der Biker sich unterwegs auf der Alm stärkt, erhält das Bike ebenfalls wertvolle Energie zurück. Wer kein eigenes E-Bike hat, dem stehen in Maria Alm, Dienten und Mühlbach moderne Leih-Bikes zur Verfügung.

Beim Thema umweltfreundliche Urlaubsangebote darf auch der Stanglwirt in Going am Wilden Kaiser in Tirol nicht fehlen. Denn im mehrfach ausgezeichneten 5-Sterne-Bio-Hotel ist alles nachhaltig: Von der Inneneinrichtung über die Kulinarik bis hin zum Ökostrom. Diese Perfektion in punkto Umweltfreundlichkeit ist das Ergebnis einer konsequenten, über 30-jährigen Investition der Familie Hauser in die Vision Nachhaltigkeit.

Alpenhof in Brandberg. Foto: Zillertaler Alpen
Alpenhof in Brandberg. Foto: Zillertaler Alpen
Traumkulisse: Der Schwarzsee. Foto: Hermann Muigg
Traumkulisse: Der Schwarzsee. Foto: Hermann Muigg
Solaranlagen mit Blick auf das Tennengebirge. Foto: Tennengebirge
Solaranlagen mit Blick auf das Tennengebirge. Foto: Alpine Pearls

Frau Karmen Mentil, Geschäftsführerin Alpine Pearls, auf die Frage, welche Zukunfts-Visionen sie in Bezug auf die Alpine Pearls hat:
„Ein Wachstum in Bezug auf Qualität – nicht Quantität. Wir würden uns circa zehn weitere, wirklich ambitionierte Urlaubsorte im Alpenraum als Mitglieder wünschen! Wir wollen in Zukunft unsere Mitgliedsorte bestärken auf ihrem Weg in eine nachhaltige Tourismus-Zukunft – durch besonders hervorragende Leuchtturmprojekte zum Klimaschutz im Urlaub.“

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Dipl.-Geogr. Willi Seifert, Geschäftsführer Naturparkbetreuung Zillertaler Alpen, auf die Frage, welche Ziele er mit dem Park für die Zukunft hat.

„Das große Ziel eines Schutzgebiets muss es immer sein, den Weg in die Köpfe und zugleich Herzen der einheimischen Bevölkerung und traditionellen Nutzergruppen des Gebiets zu finden. Das ist ein langer Weg – aber der einzige Weg, eine echte „Bodenhaftung“ herzustellen. Für alle Besucher des Hochgebirgs-Naturparks hoffen wir langfristig noch mehr Bausteine für ein authentisches und qualitativ hochwertiges Natur- und Landschaftserlebnis etablieren zu können. Unser Motto ist: Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen – Hochgebirge zum Anfassen. Das galt im Endeffekt schon für die Bergsteiger, die ab 1850 ins hintere Zillertal geströmt sind…“

Die Mitgliedsorte der Alpine Pearls
Deutschland
Bad Reichenhall/Berchtesgaden
Frankreich
Les Gets
Pralognan-la-Vanoise
Termignon 
Italien
Ceresole Reale
Chamois
Cogne
Deutschnofen
Forni di Sopra
Karneid-Steinegg
Limone Piemonte
Moena
Moos
Pragelato
Ratschings
Tiers
Valdidentro
Villnöß
Welschnofen
Österreich
Hinterstoder
Mallnitz
Neukirchen am Großvenediger
Werfenweng
Weissensee
Slowenien
Bled
Schweiz
Arosa
Disentis Muster
Interlaken